Kosmetik-Lehre EFZ: Lernende ausbilden in der Schweiz
Eigenen Nachwuchs heranziehen: Was die EFZ-Lehre Kosmetik kostet, welche Bewilligung du brauchst und wie aus der Lernenden deine künftige Fachkraft wird.
Eine Lernende fragt nach einer Schnupperlehre, und du überlegst: Lohnt sich das überhaupt – der Aufwand, die Verantwortung, die Zeit? In der Schweiz ist die EFZ-Lehre Kosmetik einer der besten Wege, dir langfristig gutes Fachpersonal heranzuziehen.
Was die EFZ-Lehre Kosmetik bedeutet
Das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) Kosmetikerin dauert in der Regel drei Jahre und kombiniert Arbeit im Betrieb mit Berufsfachschule und überbetrieblichen Kursen. Deine Lernende ist also nicht ständig im Salon, sondern wechselt zwischen Praxis und Schule. Das duale System ist anspruchsvoll, aber es bringt dir Fachkräfte, die deinen Betrieb von Grund auf kennen.
Darfst du überhaupt ausbilden?
Nicht jeder Salon darf sofort Lernende anstellen. Du brauchst eine Bildungsbewilligung des Kantons und mindestens eine Berufsbildnerin mit entsprechender Qualifikation und einem absolvierten Berufsbildnerkurs. Die Anforderungen prüft das kantonale Berufsbildungsamt.
- Bildungsbewilligung: beim Kanton beantragen, bevor du ausschreibst.
- Berufsbildnerkurs: rund 40 Stunden, Pflicht für die ausbildende Person.
- Lehrvertrag: standardisiert, muss vom Kanton genehmigt werden.
- Ausstattung: dein Betrieb muss die im Bildungsplan geforderten Behandlungen abdecken.
Was kostet und was bringt eine Lernende?
Der Lohn ist im Vergleich zur Fachkraft tief, der Betreuungsaufwand aber real. Rechne ehrlich: In den ersten Monaten investierst du mehr Zeit, als du herausbekommst. Ab dem zweiten Jahr dreht sich das oft.
| Lehrjahr | Lohn pro Monat (Richtwert) | Produktivität |
|---|---|---|
| 1. Jahr | CHF 350–600 | gering |
| 2. Jahr | CHF 600–850 | mittel |
| 3. Jahr | CHF 850–1'200 | hoch |
Die genauen Lohnempfehlungen variieren je nach Kanton und Branchenverband – frag deinen regionalen Berufsverband nach aktuellen Ansätzen.
Praxis-Tipp: Plane feste Lernzeiten im Wochenplan ein, in denen die Lernende neue Behandlungen übt. Wer Ausbildung nur nebenbei laufen lässt, verliert gute Leute schneller, als ihm lieb ist.
Lernende finden und begeistern
Schnupperlehren sind dein wichtigstes Werkzeug. Wer ein paar Tage mitläuft, entscheidet sich bewusster – und du siehst, ob es menschlich passt. Sei auf Berufsmessen präsent und zeig den Alltag auf Social Media. Junge Menschen wollen sehen, wie modern und wertschätzend ein Salon arbeitet. Eine aktuelle Salon-Website mit einer eigenen Lehrstellen-Seite wirkt dabei Wunder.
Zur Orientierung, wie professionelle Betriebe auftreten, hilft ein Blick auf Kosmetikstudios in Zürich oder Gesichtsbehandlungen in Basel.
Aus der Lehre eine Fachkraft machen
Das eigentliche Ziel: Die Lernende soll nach dem EFZ bleiben. Wer von Anfang an Verantwortung übertragen bekommt, eigene Kundinnen aufbaut und faire Perspektiven sieht, wechselt seltener. Plane das Gespräch über die Zeit nach der Lehre früh – idealerweise schon im zweiten Lehrjahr. Mit modernen Tools für Wachstum bindest du junge Talente, weil sie spüren, dass dein Salon Zukunft hat.
Den Lehralltag organisieren
Eine Lehre lebt von Struktur. Führe ein Ausbildungsjournal, in dem du festhältst, welche Behandlungen die Lernende schon beherrscht und woran sie noch arbeitet. So bist du auf die überbetrieblichen Kurse und das Qualifikationsverfahren am Ende vorbereitet – und die Lernende sieht ihren Fortschritt schwarz auf weiss.
Wichtig ist auch der Draht zur Berufsfachschule. Wenn die schulischen Leistungen einbrechen, merkst du das früh und kannst reagieren, statt erst beim Zeugnis überrascht zu werden. Plane Lernzeit nicht als Belohnung, sondern als festen Bestandteil der Woche. Eine Saloninhaberin aus Winterthur erzählte, dass ihre erste Lernende vor allem deshalb bestand, weil sie jeden Dienstagmorgen ungestört üben durfte – während die Chefin so lange die Theke übernahm.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Kosmetik-Lehre in der Schweiz?
Die EFZ-Lehre Kosmetikerin dauert in der Regel drei Jahre. Daneben gibt es kürzere Wege in verwandten Bereichen, doch das klassische Fähigkeitszeugnis Kosmetik ist dreijährig.
Muss ich einen Berufsbildnerkurs machen?
Ja. Wer ausbildet, braucht in der Schweiz den Berufsbildnerkurs von rund 40 Stunden sowie eine fachliche Qualifikation. Erst danach erteilt der Kanton die Bildungsbewilligung.
Was kostet mich eine Lernende wirklich?
Neben dem vergleichsweise tiefen Lohn kostet vor allem deine Zeit für die Anleitung. Im ersten Jahr ist das ein Zuschussgeschäft, ab dem zweiten und dritten Jahr leistet eine Lernende aber zunehmend produktive Arbeit.
Fazit
Eine EFZ-Lernende auszubilden ist eine Investition mit Anlaufzeit – aber eine, die sich auszahlt, wenn aus ihr deine künftige Fachkraft wird. Wer Bewilligung, Betreuung und Perspektive ernst nimmt, löst sein Personalproblem von innen heraus. Statt jahrelang auf dem leergefegten Markt nach Fachkräften zu suchen, ziehst du dir genau die Mitarbeiterin heran, die zu deinem Salon und deiner Arbeitsweise passt – ein unschätzbarer Vorteil in einem umkämpften Arbeitsmarkt. Beautinda hilft dir, deinen Salon so attraktiv aufzustellen, dass Nachwuchs gerne bleibt.












